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Amerikanische Hochzeit New

Momente – Geschichten – Erinnerungen (Teil 5)

Abenteuer PPP

Fabian Frese, Fachangestellter für Arbeitsförderung aus Niedersachsen und Robin Münch, Werkzeugmechaniker aus Baden-Württemberg

Ein Abend in New Orleans, Fremde die zu Freunden werden und eine amerikanische Hochzeit: Die Zutaten für eine ganz besondere Geschichte, die fünf unserer aktuellen Teilnehmer erlebt haben. Fabian Frese und Robin Münch berichten von einem Paradebeispiel amerikanischer Gastfreundschaft, von dem sie wohl auch in 50 Jahren noch erzählen werden:

Mit drei weiteren PPPlern und zu diesem Zeitpunkt bereits guten Freunden, Johannes Preis, Matthias Rotzer und Carsten Kasper, verbrachten die beiden um Neujahr einige Tage in New Orleans. An einem der Abende lernten sie in einer Bar auf der bekannten Bourbon Street eine Gruppe gleichaltriger Amerikanerinnen kennen, die gerade den Junggesellinnenabschied einer Freundin feierten. „Nach nur ein paar Minuten saßen wir alle zusammen und haben uns prächtig unterhalten. Wir sind danach noch weitergegangen in eine Karaoke-Bar, was auch sehr viel Spaß gemacht hat“, erzählt Fabian. Und Robin ergänzt mit Blick auf kulturelle Unterschiede: „Die Braut war 23, das wäre in Deutschland heutzutage ja unvorstellbar in diesem Alter zu heiraten. Jedoch scheint es in Amerika mehr oder weniger normal zu sein, denn ich habe schon einige verheiratete junge Leute kennengelernt in meinem letzten halben Jahr in den USA.“ Und nicht nur das war für die Jungs außergewöhnlich; auch was dann passierte konnten sie kaum glauben: Sie wurden tatsächlich allesamt zur Hochzeit eingeladen! „Nummern wurden ausgetauscht und sie erzählten uns, dass die Hochzeit ca. 3 Stunden außerhalb von New Orleans stattfinden wird. Am Anfang dachten wir natürlich das war ein Scherz, denn wer würde schon zwei Tage vor der Hochzeit fünf wildfremde Personen aus einem fremden Land auf seine Hochzeit einladen?“, wundert sich Robin. „Die Antwort ist einfach: Amerikaner!“

Selfie mit den Brautjungfern, die die fünf PPPler ein paar Tage vor der Hochzeit zufällig kennenlernten.

Nach langem Hin- und Herüberlegen entschied sich die Gruppe am Tag der Hochzeit dazu, die Einladung tatsächlich wahrzunehmen. So wurden auf dem Weg noch Pralinen und eine Glückwunschkarte gekauft und auf ging es ins Abenteuer, das etwas holprig begann: „Wir hatten extra vorher gefragt ob wir Anzüge bräuchten und wie das ganze abläuft, denn der Bräutigam kannte uns ja auch nicht, aber uns wurde versichert: ‚Macht euch keine Sorgen, kleidet euch einfach ganz locker, es werden sich alle ganz leger kleiden.‘ Wir uns also nur Hemden und gute Hosen rausgesucht und losgefahren. Als wir an der Kirche ankamen, wurden wir schon von einem der Trauzeugen mit dem Satz begrüßt: ‚Aaah, you must be the German guys‘“, lacht Fabian. „Uns stand es allen ins Gesicht geschrieben. Wenn wir da jetzt reingehen, wird uns jeder anstarren, denn offenbar wurde von uns schon berichtet und wir würden allen bekannt sein als ‚the Germans‘. Aber wir dachten uns jetzt sind wir schon mal hier, jetzt ist es auch egal. Wir also rein in die Kirche und was soll ich sagen: Wir waren die einzigen in legerer Kleidung. Alle anderen in schicken Anzügen und Kleidern. Und wir standen da wie Leute, die offensichtlich nicht in diese Veranstaltung gehörten.“

Der Abend wurde zu einem der besten ihres Auslandsjahres (v.l.n.r.: Matthias Rotzer, Robin Münch, Johannes Preis)

Nach anfänglicher Peinlichkeit wurde der Abend aber letztendlich zu einem der besten Erlebnisse ihres Auslandsjahres: „Nach der peinlichsten Stunde unseres Lebens in der Kirche wurden wir eingeladen auf die ‚Reception‘, was die Party nach der Kirche ist. Nach den ersten paar Unterhaltungen legte sich die Aufregung etwas und wir lernten ein paar wundervolle Menschen kennen“, erzählt Robin begeistert. „Wir wurden am Ende sogar von der Oma des Bräutigams dazu eingeladen die Nacht dort zu verbringen, da sie ein riesiges Haus mit einigen Gästebetten zur Verfügung hat.“ Am Ende des Abends entschieden sich die fünf aber dazu, wieder nach New Orleans zurückzufahren, und lehnten dankend ab. „Auf dem Heimweg am selbigen Abend haben wir uns unterhalten und haben immer wieder gesagt, sowas würde in Deutschland niemals passieren, dass du drei Tage vor deiner Hochzeit beim Junggesellinnenabschied auf eine Gruppe Ausländer triffst, die so klasse findest, dass du mit ihnen den Abend verbringst und sie anschließend zur Hochzeit einlädst und sich niemand darüber beschwert und einfach alles reibungslos abläuft“, ist sich Fabian sicher und fügt hinzu: „Only in America!“

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