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LinnKonrad 31.PPP

Weltentdecker – Chancennutzer – Juniorbotschafter (6)

Mit dem PPP für ein Jahr in die USA (Teil 6)

Orthopädietechnikerin Linn Konrad aus Brandenburg

Orthopädietechnikerin Linn bei ihrem Praktikum in den USA

Orthopädietechnikerin Linn bei ihrem Praktikum in den USA

Linn Konrad hat aus ihrem Jahr als PPPlerin in den USA eine Menge mitgenommen: Neben Ausgelassenheit, Lebensfreude, Selbstbewusstsein, neuen Freundschaften und verbesserten Sprachkenntnissen berichtet die gelernte Orthopädietechnikerin vor allem davon, wie viel ihr der Auslandsaufenthalt in beruflicher Hinsicht gebracht hat. „Das Jahr hat mir noch mehr gezeigt, worauf ich mich im Leben konzentrieren möchte und was mir wirklich wichtig ist“, verrät Linn. Ihr Praktikum in den USA hat sie bei HANGER – einer Orthopädietechnik-Firma in Knoxville, Tennessee – gemacht. „Besonders war hier für mich die Herstellung eines neuartigen Schaftsystems für Unterschenkelprothesen, welche weder ich noch jemand aus meiner Firma in den USA oder Deutschland zuvor gebaut hatte. HANGER wollte den Prothesenschaft von einer Fremdfirma teuer produzieren lassen – ich bettelte um die Chance ihn allein bauen zu dürfen und es gelang. ‚Die Kollegin aus dem Land der Wertarbeit schafft das schon irgendwie.‘ Chefin, Kollegen und Patient waren zufrieden, als ich den Schaft für einen Bruchteil des Preises funktionsfähig und optisch schick fertigstellte. Sechs weitere Schäfte folgten und auch wieder Zuhause beim Bewerbungsgespräch brachte mir diese Fähigkeit dicke Pluspunkte ein.“

Linn beim Collegeabschluss mit ihrer Gastfamilie

Linn beim Collegeabschluss mit ihrer Gastfamilie

Dabei war Linn anfangs nicht davon überzeugt, dass ihre Platzierung in der Kleinstadt Oak Ridge im US-Bundesstaat Tennessee ein Erfolg werden könnte – ganz im Gegenteil. „Mir war nur die Gastfamilie wichtig, bei der ich ein Jahr leben würde“, erinnert sich Linn an ihre Erwartungen vor dem Jahr. „Nur zwei Wochen vor der Abreise öffnete ich endlich voller Spannung meinen Brief mit der Platzierung. Ich sollte im Haus zweier 70-Jähriger einziehen, deren Namen auf zwei Männer deuten ließen. Auch die geistig behinderte Enkeltochter wohnt im Haus. Ohje, das gab Tränen. Mein einziges Kriterium wurde zu meiner größten Sorge.“ Schnell stellte sich nach der Ankunft in ihrem neuen Zuhause jedoch heraus, dass die Bedenken unbegründet waren. „Ich verliebte mich nach einiger Zeit in meine neue Tennessee-Omi, Schwester und bereits nach Tagen in Opi. Herzensgute Menschen, die auch mit 70 noch Häuser renovieren und wandern“, schwärmt die 26-Jährige heute.

Linn und ihre College-Koordinatorin bei einem Basketballspiel der Tennessee Vols

Linn und ihre College-Koordinatorin bei einem Basketballspiel der Tennessee Vols

Auch an die Freiwilligenarbeit im Children’s Museum Oak Ridge und im Oak Ridge Playhouse und ihre Zeit als Studentin am Roane State Community College hat Linn viele positive Erinnerungen. „Ich lernte unheimlich viele spannende und verrückte Menschen kennen“, berichtet sie im Rückblick auf die Stunden, die sie ehrenamtlich als Verantwortliche für das Scheinwerferlicht in einer Aufführung von Cinderella verbrachte. „Die Erstaufführung – so dicht unter dem ausverkauften Dach des Theatersaals und nach zahlreichen Missgeschicken in den Proben – war schrecklich aufregend. Aber nach mehr als 20 Vorführungen sangen wir dann jedes Wochenende alle 15 Lieder begeistert mit.“

Insgesamt blickt die Teilnehmerin des 31. PPPs auf ihr Jahr in den Vereinigten Staaten von Amerika als eine Zeit zurück, in der sie im Vergleich zu Deutschland eine neue, „weniger stressige, kreativere und spontanere“ Lebensweise kennengelernt hat. „Dieses Programm ist ein riesiges Geschenk – es schickt euch auf eine spannende und einmalige Reise“, sagt Linn und rät zukünftigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern dazu, offen, authentisch und vor allem bereit für Überraschungen zu sein. „Erlaube dem Jahr, eines der Schönsten zu werden!“

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