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MarcLamberger Wyoming

Weltentdecker – Chancennutzer – Juniorbotschafter (4)

Mit dem PPP für ein Jahr in die USA (Teil 4)

Redakteur Marc Lamberger aus Bayern

Marc bei seiner Graduation am Northwest College

Marc bei seiner Graduation am Northwest College

Für Marc Lamberger ging die Reise mit dem 31. PPP vor knapp zwei Jahren in den US-Bundesstaat Wyoming – eine Möglichkeit, für die der gelernte Redakteur sehr dankbar ist, wie er heute sagt. „An dieser Erfahrung bin ich vor allem als Person gewachsen, indem ich auf verschiedenen Ebenen neue Herangehensweisen kennengelernt und meine Komfortzone verlassen habe“, erzählt Marc. „Das Wort Horizonterweiterung trifft es genauso wie das Wort Selbstfindung.“ Dabei war er erstmal alles andere als begeistert, als er von der Platzierung erfuhr. „Ich saß in meinem Auto an einem Parkplatz, als die E-Mail von der GIZ und Cultural Vistas auf meinem Smartphone aufgeleuchtet ist“, erinnert sich Marc. „Das war Ende Juni 2014. Ich war zunächst etwas deprimiert, das muss ich zugeben. Geträumt habe ich von Washington D.C. oder Chicago, gelandet bin ich aber mitten im Nirgendwo der USA.“ Wie sich mit der Zeit jedoch herausstellte, war es letztendlich „genau die richtige Platzierung“.

Als part-time student am Northwest College in der Kleinstadt Powell lebte der 25-Jährige zunächst im Studentenwohnheim, später dann bei einer Gastfamilie. Neben dem Studium konnte er sich beruflich und im Ehrenamt einer ganzen Palette neuer Herausforderungen stellen – so war er zum Beispiel im Kindergarten, der Bibliothek und später für einige Zeit im Tourismuscenter am Tor des Yellowstone Nationalparks beschäftigt, für das er im Rahmen seines Praktikums ein Social-Media-Netzwerk aufgebaut hat. Außerdem war er ehrenamtlich für die Wochenzeitung Northwest Trail tätig, für die er Sportberichte verfasste. „Die hauptsächliche Arbeit war aber mein Ehrenamt als Torwart- und Assistenztrainer der College-Fußballer, wodurch ich jeden Nachmittag auf dem Fußballplatz war“, berichtet Marc. „Zudem habe ich mit einem Engländer die U14-Fußball-Mannschaft von Heart Mountain United trainiert.“

Marc beim Fußball mit der College-Mannschaft des Northwest College

Marc beim Fußball mit der Mannschaft des Northwest College

Die Zeit in den Vereinigten Staaten hat ihn nachhaltig geprägt und auch großen Einfluss auf das Leben genommen, das er mittlerweile in Deutschland führt. „In den USA habe ich einen neuen Weg eingeschlagen und mich von einem anderen verabschiedet. Die Arbeit mit Kindern und im Leistungssport fordert mich auf eine ungemein positive Art. Durch die Erfahrung in den USA ist es mir gelungen, nun auch in Deutschland in diesem Bereich Fuß zu fassen und täglich dazuzulernen“, sagt Marc, der mittlerweile für den TSV 1860 München arbeitet. „Ich wusste nach der Zeit in den USA, was ich wirklich machen möchte und habe dadurch den Mut sowie das Vertrauen bekommen, diesen Weg mit Begeisterung fortzusetzen. Die aufwendige ehrenamtliche Arbeit in den USA war der Türöffner, um nun bei einem Profiverein als Jugendtrainer arbeiten zu dürfen. In diesem Bereich möchte ich mich etablieren und einfach weiterhin Freude an der Arbeit haben – wie in den USA. Ich hoffe auch, dass mich diese Aufgabe in ein paar Jahren nach Nordamerika zurückführt.“

PPPler Marc, Lukas und Matthias im Reisemonat auf Maui, Hawaii

PPPler Marc, Lukas und Matthias im Reisemonat auf Maui, Hawaii

Aber nicht nur in beruflicher Hinsicht hat Marc viel mitgenommen – die Kontakte und Freundschaften, die er über das Jahr hinweg schließen konnte, bezeichnet er als den „größten und unersetzbaren Schatz des PPP.“ Auch ein Jahr nach seiner Rückkehr steht er noch immer „mit vielen Freunden aus den USA regelmäßig in Kontakt“, manche waren sogar schon zu Besuch in Deutschland. Insgesamt wurde Gemeinschaft während seines Amerika-Aufenthalts immer groß geschrieben. „Im Tourismuscenter war es so, dass wir nach Feierabend zusammen gegrillt haben oder ich in die Weinbar meiner Gastfamilie bin, da dieser lockere Ausklang eines Arbeitstages irgendwie zum Lebensgefühl in den USA gehört“, erklärt Marc. „Auch am College kam es nie vor, dass man abends allein war. Nach dem Studium haben wir zusammen Sport gemacht, Karten gespielt oder Filme geschaut.“ Insgesamt habe der Freizeitgedanke in den USA „einen hohen Stellenwert“, was aber nicht heißen soll, dass die Arbeit nicht ernst genommen wird. „Die Arbeitsatmosphäre war aus meiner Sicht entspannter. Die Arbeit wurde gründlich gemacht, aber nicht ganz so verbissen wie in Deutschland. Die Leute sind weniger gestresst. Selbst wenn sie sagen, sie haben viel zu tun, wirken sie noch sehr entspannt. Zudem legen Amerikaner – wie wir Deutschen – viel Wert auf Pünktlichkeit. Man soll pünktlich anfangen, aber auch pünktlich aufhören“, so Marc.

Zukünftigen PPPlern rät Marc, „ohne Erwartungen in dieses Jahr“ zu gehen und stattdessen „Neugier und Offenheit“ mitzubringen. „Dadurch entwickelt man sich aus meiner Sicht am meisten weiter“, erklärt der Münchner. „Nehmt Rückschläge, die es bei den meisten geben wird, an. Daraus lernt ihr mehr, als wenn das Jahr durchgehend perfekt läuft.“

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