skip to Main Content
Der Civic Education Workshop Des 34. PPP In Washington D.C. – Ein Bericht.

Der Civic Education Workshop des 34. PPP in Washington D.C. – Ein Bericht.

Anfang März kamen die 75 deutschen Teilnehmer des 34. Parlamentarischen Patenschafts-Programmes (PPP) zum Civic Education Workshop in Washington D.C. zusammen. Die Teilnehmerin Pauline Schramm hat ihre Erlebnisse in einem kurzen Bericht zusammengefasst.

Angekommen im „Busboys and Poets“.

„Wir starteten mit der Begrüßung durch Cultural Vistas, der amerikanischen Organisation unseres Programms. Wir fanden uns bei „Busboys and Poets“ ein, einem Café, das für Gleichberechtigung steht und sich gegen Rassismus positioniert. Es war eine tolle Atmosphäre. Bei Einbruch der Dunkelheit machten wir eine „Old Town Trolley Tour“, um wichtige Gedenkstätten und Monumente in Washington zu sehen. So fuhren wir mit einem sehr gesprächigen und witzigen Busfahrer durch das dämmernde Washington und machten reichlich Bilder vom Lincoln Memorial, Thomas Jefferson Memorial, vom Kapitol und vielem mehr.

Um in Verbindung mit den amerikanischen Teilnehmern in Deutschland zu stehen, gibt es einen virtuellen Austausch zu den Themen „Volunteerism and Community Action“, „Role of the Media in the U.S.“ und „Free Speech and Debate“. Auch unser Workshop orientierte sich an diesen drei Themen und verschiedene Sprecher waren eingeladen. So berichteten am ersten Morgen David Premo (Programmspezialist beim Amt für auswärtige Angelegenheiten) und Ally Snell (Ehemalige bei AmeriCorps VISTA) von ihren Erfahrungen mit Freiwilligen- und Sozialarbeit bzw. Ehrenamt in Amerika aber auch in anderen Ländern. Außerdem stellten fünf Teilnehmer ihre Freiwilligenarbeit vor. Es war sehr interessant zu sehen, wofür sich die Anderen entschieden haben und was ihnen Spaß machte. Fabian Rockel zum Beispiel, kommt aus Zülpich (NRW) und ist in Cincinnati (Ohio) platziert. Er hat eine Ausbildung zum KfZ-Mechatroniker gemacht und nutzt sein Wissen nun, um in einer Werkstatt der örtlichen Kirche ehrenamtlich gebrauchte Autos zu reparieren. Diese werden dann bedürftigen Menschen vor Ort zur Verfügung gestellt.

Die Teilnehmer Toni, Daniel, Lea, Tina und Josef bei ihrem Praktikum im US-Kongress.

Im Anschluss hörten wir einen Vortrag von den fünf Teilnehmern des CIP, das Congressional Internship Program. Dies ist ein sechs-wöchiges Praktikum im Kapitol. Die Teilnehmer Josef Manhart, Toni Christoph, Lea Droste, Daniel Netev und Christina Wolff wohnten für diese Zeit in Gastfamilien. Sie unterstützten einen Kongressabgeordneten und sammelten wertvolle Erfahrungen in der amerikanischen Politik. Drei der Teilnehmer waren sogar bei der Sitzung anwesend, wo der politische Shutdown beschlossen wurde! Nachmittags bekamen wir eine Tour durch das große Capitol Gebäude. Es war sehr beeindruckend zu sehen, wo sich Senat und Repräsentantenhaus für ihre Meetings treffen. Danach verbrachten wir einige Zeit im Newseum, einem Museum zum Thema Journalismus („News“). Wir erfuhren, wie wichtig Pressefreiheit heutzutage ist. Besonders beeindruckend war die Ausstellung zu den Anschlägen vom 11. September. In der Ausstellung kann man die Spitze von einem der World Trade Center sehen, und an der gegenüberliegenden Wand sieht man die Titelblätter von großen Weltzeitungen, die alle über das Attentat berichten. Im Newseum ist außerdem das größte Stück Berliner Mauer zu finden, was außerhalb von Deutschland ausgestellt wird.

Die Teilnehmer bei der Gruppenarbeit zu den Themen „Ehrenamt“, Förderalismus“ und „Rolle der Medien in den USA“.

Am dritten Tag setzten wir uns ausgiebig mit den Themen „Föderalismus“ und „Rolle der Medien in den USA“ auseinander. Eingeladen waren Charles Lewis (Investigative Reporting Workshop an der American University School of Communication), Akram R. Elias (Präsident der Capital Communications Group, Inc.) und Greg Leslie (Reporter-Kommitee für Pressefreiheit). Sie beantworteten viele Fragen, zum Beispiel warum die deutsche und amerikanische Politik in Bezug auf das Sozial-, Gesundheits- und Bildungssystem so unterschiedlich sind. Das war interessant, besonders da wir es hautnah jeden Tag miterleben und so den direkten Vergleich haben. Außerdem schulte uns Lauren Aitken (Außenministerium, Büro für Bildung und kulturelle Angelegenheiten) in Sachen Social Media. Sie zeigte uns, wie wir zum Beispiel unsere Facebook und Instagram Posts interessant gestalten können. Am Abend erlebten wir ein weiteres Highlight dieser Reise, das Basketballspiel Miami Heat gegen Washington Wizards. Das Spiel war spannend bis zum Schluss, die Stimmung im Stadion war toll, am Ende gewannen die Wizards mit 117 zu 113 Punkten. Ein gelungener Abschluss für diesen interessanten und lehrreichen Tag.

Zu Besuch in der deutschen Botschaft.

Tags darauf waren wir im U.S. Department of State, also der deutschen Botschaft, eingeladen. Es ging um die Wichtigkeit von Austausch(-programmen) und der amerikanisch-deutschen Beziehung. Es sprachen verschiedene interessante Persönlichkeiten zu uns, welche selbst Erfahrungen im Ausland sammeln durften. Sie beantworteten unsere Fragen sehr ausführlich, zum Beispiel warum der Lebensstandard in verschiedenen Ländern oder Kontinenten unterschiedlich ist. Nach aufschlussreichen Diskussionen und tollen Vorträgen bekamen wir ein ausgiebiges und sehr gutes Mittagessen im Martin van Buren Dining Room im State Department. Es war eine Ehre dort zu sein, es gab einen tollen Ausblick über Washington D.C. und wir hatten nochmals die Möglichkeit den Sprechern des Tages Fragen zu stellen und diese zu diskutieren. Nach diesem tollen Vormittag ging es für uns zurück zum Capitol Hill. Cultural Vistas hatte mit einigen Abgeordneten aus unseren Bezirken Meetings vereinbart, sodass jeder seinen Repräsentanten, Senator oder den jeweiligen Stellvertreter kennenlernen konnte. Jeder Staat wird durch zwei Senatoren vertreten und sendet Repräsentanten entsprechend der Einwohnerzahl.

Am letzten Tag trennten sich unsere Wege dann wieder, jeder ist zurück zu seiner Platzierung geflogen, einige nur wenige Stunden, andere waren den ganzen Tag unterwegs. Es war toll, alle Freunde wiederzusehen, welche man erst vor kurzer Zeit gewonnen hat und Erfahrungen und Erlebnisse auszutauschen. Nun gehen wir wieder unsere eigenen Wege, bis wir uns Ende Juli in New York City für unser Abschlussseminar und unseren Rückflug nach Deutschland wiedertreffen. Dieses Programm ist eine tolle Möglichkeit, um eine andere Kultur kennenzulernen, die Sprachkenntnisse zu verbessern, neue Kontakte zu knüpfen und seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Es gibt und gab viele Herausforderungen für uns Teilnehmer auf der anderen Seite der Welt und wir sind froh, dass wir uns entschieden haben diese Reise und dieses Abenteuer anzutreten und zu erleben, wenigstens für ein Jahr.“

 

 

Schreibe einen Kommentar

Back To Top