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Congressional Internship Program: Der Alltag Im US Kongress

Congressional Internship Program: Der Alltag im US Kongress

Ein Teilnehmerbericht des 33. PPPs

Montag 13. Februar, die letzte Praktikumswoche beginnt. Nachdem wir uns bereits über Beiträge zur Inauguration, Stadterkundung und zur Kabinettsanhörung freuen durften, möchte ich nun mal auf den eigentlichen Praktikumalltag eingehen.

Alltag heisst: püntklich um 6:30 Uhr klingelt der Wecker. Ich stehe auf, mache mir Frühstueck bevor ich mich dann auf eine einstündige Reise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln begebe. (Alltag heisst auch, sich daran zu gewöhnen, dass die Metro mal wieder kaputt ist haha).

Im Büro angekommen schalte ich den Computer ein. Meine tägliche Aufgabe ist es eine Art Zusammenfassung für meinen Repräsentanten zu erstellen. Diese enthält nicht nur Artikel mit namentlichen Erwähnungen, sondern auch die wichtigsten lokalen und internationalen Nachrichten.

Daniela am 21. Januar 2017 beim Womens March

Alltag heisst auch Anrufe anzunehmen. Ich arbeite für einen Republikaner, welcher jedoch aus einem demokratischen Bundesstaat kommt. Demnach bekomme ich viele Anrufe –  sehr, sehr viele. An einem Tag konnten wir sogar mehr als 700 Anrufer verzeichnen. Wer sich selbst über die amerikanischen Politik informiert, wird sehr schnell feststellen, wie sich hier gerade die Nachrichten nur so überschlagen. Da ist es selbst für mich in D.C. manchmal schwer den Überblick zu behalten. Gesetzesänderungen zur Aussenpolitik, Natur, Bildung, und natürlich tägliche Tweets berrschen die Themen meiner Anrufer. Auch die Kabinettswahl ist ein großes Thema. Von freundlichen bis beleidigenden, von leisen bis lauten, von demokratischen bis republikanischen Anrufern, alle Meinungen sind vertreten.

Ich habe das Gefuehl, dass hier gerade ein Stück Geschichte geschrieben wird.  Ein Stück Geschichte, an dem die Menschen sich anfangen mehr für Politik zu interessieren. Ein Stück Geschichte an dem Menschen anfangen leidenschaftlich und engagiert zu werden. Ein Stück Geschichte an dem viele Menschen zum ersten Mal zum Hörer greifen und ihrem Repräsentanten mitteilen wollen, wie sie fühlen. Ein Stück Geschichte, an dem ich teilhaben darf und dass auch mich sehr geprägt hat.

Alltag heißt auch: Post lesen, kategorisieren und digitalisieren. So durfte ich auch gerne mal über 1000 eingegangene Nachrichten zum Affordable Care Act lesen. Außerdem gehören zu meinem Alltag auch Botengänge zum Flaggenoffice, zum Capitol, oder zu anderen Büros. (Alltag heisst auch, sich mal wieder in den Tunneln zum Capitol zu verlaufen haha).

Daniela, Leonie, Ersin und Johannes an ihrem ersten Tag im US Kongress

Manchmal darf ich auch an Briefings, also Anhörungen von verschiedenen Organisationen teilnehmen. So habe ich zum Beispiel Beiträge über Gesundheitsfürsorge oder Austauschprogramme anhören dürfen. Ebenfalls habe ich mir schon live Debatten des Repräsentantenhauses angehört oder war anwesend als die historische Wahl zur Aufhebung des Affordable Care Acts (Obamacare) gefällt wurde.

Alltag heisst auch, um 18 Uhr nach einem Tag “in Session” (Repräsentantenhaus aktiv) eine Stunde mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach hause zu fahren und totmüde ins Bett zu fallen.  (Als mir ehemalige CIP Teilnehmer erklärt haben, dass das Praktikum sehr anstrengend und ermüdend ist, da habe ich ihnen kaum geglaubt und nun – Nun heißt mein Alltag, in seinem ganzen Leben noch nie so müde gewesen zu sein haha)

Jeder Tag dieses Praktikums war es jedoch wert und wenn ich die Wahl hätte: Ich würde mich stets wieder für diese einmalige Gelegenheit bewerben.
Eins steht fest: Ich habe meinen größten Respekt vor den Mitarbeitern hier, die die Politik wirklich (miter)leben. Ich habe für mich selbst erkannt: Politik ist nichts, dass mich beruflich reizt. Die besondere Bedeutung jedoch sich als Privatperson aktiv an Politik zu beteiligen, ist mir umso mehr bewusst geworden.

Ein Beitrag von Daniela Vogel, CIP-Teilnehmerin 33. PPP

 

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