Überspringen zu Hauptinhalt
“Warum Interessiert Sie Die Politik?”

“Warum interessiert Sie die Politik?”

Mein Name ist Raigon, und ich nähere mich der Hälfte meines Jahres als PPP-Stipendiatin, und ich habe mehr erlebt, als ich vorher je erwartet habe. Schon zu Beginn des Programms wusste ich, dass ich als Teilnehmerin des PPP viel Neues lernen würde. Dass ich jetzt noch weitaus mehr Erfahrungen auf vielen Gebieten machen konnte, hat mich überrascht und erfreut.

Das deutsche Staatssystem ist dem meines Heimatlandes in gewisser Weise ähnlich, gleichzeitig aber auch so unterschiedlich, dass mir dies eine neue Perspektive auf die Rolle von Politik und Regierung gegeben hat.

Die Begegnung mit meinem Paten, Herrn Lothar Binding, war eine bereichernde interkulturelle Erfahrung. Die andere PPPlerin in Heidelberg, Amy, und ich trafen Herrn Binding in der Stadtbibliothek. Herr Binding ist ein wichtiger Politiker in Finanz- und Haushaltsgruppen. Er ist auch in Ausschüssen tätig, die älteren Menschen helfen und die das Rauchen einschränken. Wir diskutierten das kalte Novemberwetter und Amys und meine akademischen und beruflichen Interessen. Er stellte eine Frage, die viele Deutsche von mir wissen wollen – “Warum interessiert Sie die Politik?” Als politische Person im traditionellen Sinne würde ich mich nicht betrachten. Zwar schätze ich es, über die wichtigsten nationalen und internationalen politischen Themen auf dem Laufenden zu bleiben, aber ich bin nicht im gleichen Maß engagiert wie z.B. jemand, der politische Fernsehsendungen täglich verfolgt. Eine große Rolle spielt die Politik für mich jedoch immer dann, wenn es um Fragen der Gesundheit von Mensch und Welt (Public and Global Health) geht – mein Interessengebiet.

(Links nach rechts): Herr Lothar Binding, Amy Pascoe, Raigon Wilson

Deutschland ist führend in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit, und das war einer der Beweggründe, warum ich mich für dieses Programm interessierte. Ich wollte Fragen der internationalen Ernährungssicherheit aus der Sicht einer führenden Weltmacht verstehen und daran arbeiten. Bis zu meiner Ankunft in Deutschland lagen meine Erfahrungen mit Hungerbekämpfung und Lebensmittelgerechtigkeit auf der Ebene von Graswurzelbewegungen und lokalen NGOs, und ich habe die Themen Lebensmittel- und Ernährungssicherheit noch nie aus europäischer Sicht untersucht. Eine Lektion, die ich immer mehr lerne, vor allem in den Vorlesungen an der Universität Heidelberg, ist diese: Lebensmittel sind ein biologisches, kulturelles und immer mehr auch politisches Gut. Das Verständnis dieser Beziehung ist entscheidend für meine beruflichen Ziele. Das politische System in Deutschland ist auch in diesem Punkt einzigartig, und wenn ich mehr darüber weiß, kann ich diese Verbindungen in meinem Praktikum beim Heidelberg Global Health Institute, dem Rest des Programms und darüber hinaus umso besser herstellen.

In der restlichen Zeit meiner Zeit als Juniorbotschafterin in Deutschland werde ich mich mehr darauf einstellen und Informationen darüber suchen, wie das deutsche politische System um mich herum arbeitet und die für mich wichtigen Themen, insbesondere im Bereich der Ernährungssicherheit, vertritt. Kultureller Austausch wird oft als Lernerfahrung gestaltet, und das Lernen über die deutsche Politik im In- und Ausland hat und wird meinen Aufenthalt weiterhin prägen.

Dieser Beitrag hat 0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

An den Anfang scrollen