Überspringen zu Hauptinhalt
Leben In Deutschland: Eine US-Amerikanerin Packt Aus!

Leben in Deutschland: Eine US-Amerikanerin packt aus!

Als US-Amerikanerin in Deutschland – von Philine Qian

Philine Qian ist Teilnehmerin des 35. PPP und hat ihre sonnige Heimat Los Angeles in Kalifornien für ein Jahr gegen das windige Bremen eingetauscht. In diesem Bericht schildert sie ihre Erfahrungen, wie es ist als US-Amerikanerin in Deutschland zu leben.

Philine mit den bekannten Bremer Stadtmusikanten

Dieses Jahr, welches ich als Teilnehmerin des Parlamentarischen Patenschafts-Programms in Deutschland verbringe, ist die längste Zeit die ich je außerhalb der USA gelebt habe. Während ich mein Zuhause in Südkalifornien vermisse, war und ist dieses Programm das Abenteuer meines Lebens.
Seit Beendigung des Sprachkurses in Radolfzell am Bodensee, lebe ich in Bremen. Nun ist es tatsächlich schon März und ich bin somit seit acht Monaten in Deutschland. Eine lange Zeit, in der ich einige Änderungen in meinem täglichen Leben durchaus festgestellt habe. Zum einen benutze ich WhatsApp für fast alles. Etwas, was ich in den USA nie gemacht habe.
Dort verwendet eigentlich jeder iMessage. Doch das ist nicht das einzige, dass sich verändert hat. Natürlich hat mein Leben in Deutschland auch Auswirkungen auf meine Essgewohnheiten. Zum Beispiel gibt es bei mir zum Frühstück seitdem ich hier bin, eigentlich jeden Tag Schinken und Käse auf einem Brötchen. In den USA hatte ich sowas noch nie gegessen. Doch was ist noch deutscher als Brötchen mit Aufschnitt zum Frühstück? Richtig, der öffentliche Nahverkehr. Seitdem ich hier lebe, überprüfe ich religiös die Zug- und Buszeiten und organisiere mein Leben rund um deren Fahrplan. Auch etwas, dass ich so zu Hause nie gemacht habe. L.A. als Stadt ist berühmt berüchtigt für seinen täglichen Stau und dafür, dass die “Öffis” dort nicht wirklich zu gebrauchen sind. Wenn ich irgendwohin musste, nahm auch ich einfach schnell das Auto

Philine bei einem Fußballspiel von Werder Bremen

Ich bin zwar in Südkalifornien aufgewachsen, aber meine Mutter hat belgische Vorfahren und mein Vater chinesische. Meine belgische Seite hat mir wirklich geholfen, schnell Deutsch zu lernen. Meine chinesische Seite hat mich dagegen auf die Suche nach dem besten chinesischen Essen quer durch Deutschland gejagt.  Bisher habe ich es noch nicht gefunden, aber anscheinend ist Düsseldorf  dafür “the place to be” – Ich muss unbedingt mal hin!
Außerdem hat mein belgischer Hintergrund dazu beigetragen, den Kulturschock zu reduzieren, da meiner Meinung nach viele kulturellen Ähnlichkeiten zwischen Belgien und Deutschland bestehen.
Ich fande das deutsche Volk sofort viel offener, freundlicher und neugieriger als ich ursprünglich erwartet hatte. Sowohl meine Gastfamilien in Radolfzell als auch in Bremen hießen mich herzlich in ihrem Zuhause willkommen, stellten mich ihren Freunden vor und unterstützten mich bei verschiedensten Herausforderungen. Im Gesamten hatte ich mit meiner Gastfamilienerfahrung wirklich viel Glück

Philine an Karneval mit anderen PPPlern.

Den größten Unterschied, den ich zwischen Deutschland und den USA sehe und insbesondere der Unterschied zwischen Bremen und Los Angeles ist, dass das Leben in Deutschland auf sehr gute Weise langsamer ist. Die Menschen nehmen sich mehr Zeit und nutzen diese auch, um ab und zu mal in den Urlaub zu fahren. An den Sonntagen sind die Geschäfte geschlossen und die Leute antworten nicht auf ihre E-Mails von der Arbeit. Fast jeder nutzt öffentliche Verkehrsmittel oder ein Fahrrad und ist somit viel weniger auf ein Auto angewiesen, als die Menschen in den USA. Einen Unterschied, den ich so nicht unbedingt erwartet hätte.

Ich habe meine Zeit hier in Deutschland wirklich genossen und freue mich auf die letzten Monate und den Sommer, den ich in Bremen verbringen darf. Ich bin mir sicher, dass mir bis zu meinem Rückflug im Juli noch einige Dinge auffallen werden, die ich als US-Amerikanerin so nicht kenne – I can’t wait to find out what it is!

Schreibe einen Kommentar

An den Anfang scrollen