Überspringen zu Hauptinhalt
A Time To Remember – Das PPP Im Wandel Der Zeit

A Time To Remember – Das PPP im Wandel der Zeit

Mit dem immer näher rückenden Ende des 35. Jahrgangs des Parlamentarischen Patenschafts-Programms möchten wir einmal innehalten und zurückblicken. Zurückblicken auf 35 Jahre transatlantischen Austausch von jungen Berufstätigen! Diese Artikelserie soll ehemalige Teilnehmende und ihre prägenden Erlebnisse während ihres PPP-Jahres hervorheben und zeigen, inwiefern diese ihr Leben nachdrücklich verändert und beeinflusst haben. 

Bevor wir unser Augenmerk in den nächsten Wochen und Monaten auf die ehemaligen Teilnehmenden richten, wollen wir erst einen Blick auf das Programm selbst werfen. Inwiefern hat das PPP sich in seinen 35 Jahren verändert? Ist das Programm noch das Gleiche, das 1983 anlässlich des 300. Jahrestags deutscher Einwanderung in Amerika ins Leben gerufen wurde?

Die Gründungsurkunden des PPP

Nach über drei Jahrzehnten scheint Wandel und Veränderung unausweichlich. Die Anfänge des PPPs wurden in einem anderen Jahrtausend geschrieben. In Berlin stand eine Mauer und in New York die Twin Towers.

Und ja, das PPP ist mit der Zeit gegangen, hat sich weiterentwickelt und dadurch auch „überlebt“. Gleichzeitig prägt das Programm eine Kontinuität, die sonst selten zu finden ist. So ist das Programm bis heute seiner Zielgruppe – die, der jungen Berufstätigen – treu verschrieben. Auch aktuell noch sind die Pfeiler des Programms – Patenschaft durch Abgeordnete, Studium, Praktikum und Unterbringung in einer Gastfamilie – die Gleichen wie 1983. Die Sponsoren sind seit jeher der Deutsche Bundestag und der amerikanische Kongress. Nach wie vor ist das Programm inhaltlich mit seiner Mischung von Leben, Studieren und Arbeiten im Gastland einzigartig. War es früher das erste prominente Stipendienprogramm für junge Berufstätige nach der Lehre, ist es bis heute Beispiel und Vorbild für erfolgreichen internationalen Austausch geblieben.

Und dennoch sind diese 35 Jahre nicht spurlos am PPP vorbeigezogen. Die Zeit verlangte es, sich an neue Gegebenheiten anzupassen und neue Wege zu beschreiten, um aktuell zu bleiben und die vielfältige Zielgruppe der jungen Berufstätigen zu erreichen. 1983 war die Altersgrenze auf 21 Jahre festgesetzt worden. Heute können sich alle bewerben, die bei Programmstart nicht älter als 24 Jahre sind. Auch die Zielgruppe selbst hat sich erweitert – neben jungen Berufstätigen direkt nach der Ausbildung, können sich heute auch junge Berufstätige mit mehrjähriger Berufserfahrung oder auch duale Studenten mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und bestandenen Prüfung bewerben. Ebenfalls erweitert hat sich die Fülle an Berufen, die Teilnehmende heute erlernen können. Vom Mediengestalter/in oder Fluggerätemechaniker/in, über die Bestattungsfachkraft bis hin zum Winzer gibt es wenige Berufe, die nicht im PPP-Repertoire zu finden sind. Alle diese Veränderungen haben eines gemeinsam: Sie erhöhen die Vielfalt des Programms und stärken es dadurch.

Teilnehmer des 23. PPP Hani Faddoul mit seiner Patin

Eine Säule des Programms, die es 1983 nicht gab, ist das Ehrenamt. Um das Jahr 2000 wurde es als zusätzlicher Baustein für unsere amerikanischen Stipendiaten in Deutschland eingeführt. Die deutschen Teilnehmenden durften auf der anderen Seite des Teiches schon etwas früher anfangen, sich vor Ort zu engagieren. Mit Ernst, aber auch viel Spaß an der Sache engagieren sich viele Teilnehmende oftmals deutlich länger als die benötigten 40 Stunden, die durch die Programmregeln vorgeschrieben sind. Das Ehrenamt hat den Zweck, Dank und Respekt gegenüber dem Gastland und der jeweiligen Gast-Community auszudrücken, aber auch einen tieferen Einblick hinter die Kulissen zu erhalten. Die Teilnehmenden sollen sich aus ihrem eigenen bekannten und vertrautem Umfeld hinausbegeben, um verschiedenste Lebensrealitäten der Gastgesellschaft kennenzulernen. Sei es bei der Essensausgabe, der Betreuung von Flüchtlingskindern oder der Sortierung von Kleiderspenden – die PPPler packen mit an!

Ein ebenfalls neuer, wichtiger Bestandteil ist seit 2016 das „Civic Education Seminar“ in Washington D.C.. Mit dem Wunsch auf eine Rückbesinnung auf den politischen Charakter des

Programms wird den deutschen Teilnehmenden im Rahmen von Workshops die politische Geschichte und die daraus folgende, aktuelle politische Situation der Vereinigten Staaten von Amerika nähergebracht.
Doch im PPP gibt es nicht nur das Civic Education Seminar: Seit 1983 gehören verschiedenste Seminare zur Grundstruktur des Programms – auf deutscher wie auf amerikanischer Seite. Inhalt, Länge und Form der Seminare sind dabei abhängig von den jeweiligen Organisationen vor Ort. Für die amerikanischen Teilnehmenden in Deutschland gibt es seit jeher ein Zwischen- und Abschlussseminar. Die deutschen Teilnehmenden des 35. PPP verbringen dieses Jahr ihr Abschlussseminar in New York anstatt wie früher üblich in Washington D.C. – und sind schon mächtig gespannt!

BIMUN Teilnehmende des 34. PPP

Neben den fest implementierten Programmseminaren wurde das Programm im Laufe der Jahre durch zusätzliche Weiterbildungsmöglichkeiten erweitert, über die sich interessierte PPP-Teilnehmende während ihres Programmjahres mit neuen Themen befassen und über den eigenen Tellerrand schauen können. Dazu gehört die Teilnahme an BIMUN (als Möglichkeit für US-Teilnehmende) oder das sogenannte CIP– Congressional Internship Program – in Washington D.C. für deutschen PPPler. Auch diese Programmmodule wurden erst später in das PPP aufgenommen, sind aber heute feste Bestandteile eines jeden Jahrganges. Bei BIMUN dürfen jedes Jahr im Winter fünf amerikanische Teilnehmende mit jungen Erwachsenen aus der ganzen Welt die Arbeitsweise der United Nations simulieren und fünf tagelang über politische und soziale Themen debattieren.
Das CIP ist ein Praktikantenprogramm im amerikanischen Kongress, bei welchem fünf ausgewählte deutsche Teilnehmende sechs Wochen lang hinter die Kulissen des Kapitols und somit in den Regierungsapparat Washington blicken dürfen. Neben den üblichen Praktikantenaufgaben geht es zu Hearings, verschiedensten Presseveranstaltungen oder Meetings mit den jeweiligen Abgeordneten oder Senatoren. Und da sagt noch bitte einmal jemand, Politik sei langweilig.

Ältere Teilnehmende werden sich noch an die „Homestay“-Tours erinnern. Diese sind heute nicht mehr Teil des Programms, doch noch in guter Erinnerung bei Teilnehmenden und Programmkoordinatoren geblieben. Nach dem Ankunftsseminar in New York begaben sich die Teilnehmenden in kleineren Gruppen auf die Reise zu ihren neuen Heimatorten. In Gruppen von 10-15 PPPlern ging es von der amerikanischen Großstadt direkt in das amerikanische Hinterland. Von Busbahnhof zu Busbahnhof. Gut zwei Wochen waren manche unterwegs. Mit dem Wissen, dass alleine der Bundesstaat Montana größer ist als das Land Deutschland, kann man sich vorstellen, dass es etwas länger dauerte, um von Ort zu Ort zu kommen – Welcome to the USA!

Ein weiterer Meilenstein auf dem PPP-Zeitstrahl, der das Programm verändert hat, ist #savePPP. Ein kurzes Hashtag, mit großer Bedeutung. 2015 wurden vom amerikanischen Kongress 50% der Finanzmittel für das PPP im Haushalt gestrichen. Die Reaktion auf diese Maßnahme erfolgte spontan und heftig. Und sie demonstrierte die hohe Identifikation und Sympathie, die das Programm auch nach 30 Jahren bei deutschen Abgeordneten und ehemaligen Teilnehmenden dies- und jenseits des Atlantiks genoss. Innerhalb weniger Tage wurden über 20 000 Unterschriften für den Erhalt des PPPs gesammelt und zum Protest gegen diese Entscheidung aufgerufen – mit Erfolg, wie das unveränderte Bestehen des Programms bis heute beweist.  

 

Teilnehmende des 18. PPP sind bereit für ihr Jahr in den USA

Der Weg ins Jahr 2019 war wohl nicht immer gerade. Er hatte seine Kurven und Schlaglöcher und doch sind wir immer noch unterwegs. Insgesamt 3 000 deutsche und 2 500 amerikanische Stipendiatinnen und Stipendiaten haben durch die Jahre hinweg am Parlamentarischen Patenschafts-Programm für junge Berufstätige teilgenommen und zu einem anhaltenden transatlantischen Dialog beigetragen. Als dynamisches Programm schaut das PPP optimistisch in die Zukunft – offen für nötige Änderungen, aber auch mit einem Hang zur Beständigkeit sind wir bereit für die nächsten 35 Jahre. Wir sind gespannt, Was und vor allem Wer uns erwartet. Willst Du es sein oder kennst Du jemanden, der sich Deiner Meinung nach perfekt für das Programm eignet? Unser Bewerbungsportal für das 37. PPP ist nun zugänglich unter 37. PPP Bewerbung

Wir freuen uns auf Eure Bewerbungen!


Die Bewerbunsphase für das 37. PPP hat begonnen! Bewerbungskarten könnt ihre entweder online ausfüllen oder per Post an uns einsenden.

Weitere Informationen findet ihr auf unserer Webseite unter https://usappp.de/die-ppp-bewerbung/

Viel Erfolg bei der Bewerbung!

Ihr findet das Programm toll und möchtet darauf aufmerksam machen?! Schreibt uns gerne eine Email an usappp@giz.de um Flyer und Poster zu erhalten.  


 

Schreibe einen Kommentar

An den Anfang scrollen