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Matthias überlegt, Nach Seinem Studium In Die USA Auszuwandern

Momente – Geschichten – Erinnerungen (Teil 9)

Abenteuer PPP

Teilnehmerbericht von Matthias Rotzer, Industriemechaniker aus Bayern

USA – Land der unbegrenzten Möglichkeiten? So ganz kann Matthias Rotzer, aktueller PPP-Teilnehmer, das zwar nicht unterschreiben, trotzdem ist er mit seiner Entscheidung, ein Jahr dort zu verbringen, mehr als glücklich: „Der Slogan entspricht zwar nicht unbedingt der Wahrheit, aber hey: es sind die Vereinigten Staaten. Für viele ein Traum! Genau das dachte ich mir auch, als ich mich im Mai 2015 beim PPP beworben habe. Ein Jahr in den USA, Gastfamilie, College, Arbeiten, Reisen. Ein Jahr Auszeit in einem fremden Land! Das klingt nicht nur nach einem ‚must-do-thing‘, es ist auch eins!“

Über seinen Kontakt zu vielen internationalen Studenten ist Matthias besonders glücklich. „Man lernt andere Lebensweisen kennen, wird offener und verständnisvoller“

Platziert wurde er in Mason City, Iowa, was erst einmal ein Stirnrunzeln zur Folge hatte: „Wohl nicht gerade der aufregendste Ort der Welt, aber einer der mich hier auf meinem Abenteuer sehr geprägt hat. Als ich zum 1. Mal von meinem Platzierungsort erfahren habe, dachte ich zuerst: ‚Iowa? Okay. Wo und was soll das bitteschön sein?‘ Ein Staat, der bekannt ist für seine Maisproduktion und Landwirtschaft. Klingt nicht gerade spannend, wenn man es mit Staaten wie Kalifornien, Florida oder New York vergleicht. Um ehrlich zu sein: ist es auch nicht!“, erzählt der gelernte Industriemechaniker. „Mais wohin man sieht, nicht gerade viel zu erleben und jede Person, der ich erzählt habe, dass ich in Iowa wohne, reagiert darauf mehr als überrascht: ‚Iowa? Why in the world did you choose Iowa?!‘ Das hat die Stimmung im Laufe der Zeit natürlich ein wenig gedrückt. Aber je eher ich mich daran gewöhnt habe, hier zu wohnen, je mehr ich mit Leuten interagiert und neue Freundschaften geschlossen habe, desto glücklicher wurde ich über meine Platzierung im Maisfeld im Norden. Teilweise hatte ich Momente, in denen ich gar nicht mehr wegwollte, weil es mir so gut gefiel.“

Das North Iowa Area Community College hat einen Großteil dazu beigetragen, dass Matthias sich hier pudelwohl fühlt. Ein Semester lang hat er dort studiert und seine ersten Erfahrungen im amerikanischen Alltagsleben gesammelt. Seine Kontakte zu den anderen Studenten sind ihm ganz besonders wichtig. „Am North Iowa Area Community College habe ich so enorm viele neue Bekanntschaften und Freunde gewonnen, die ich nie wieder missen möchte. Darunter sind Leute aus den USA selbst, Brasilien, Peru, St. Lucia, Guatemala, Japan, den Philippinen, Jordanien, Saudi-Arabien, Pakistan, etc. Alles Freundschaften, über die ich mehr als glücklich bin und dankbar dafür, diese gemacht zu haben. Zum einen, da es einfach unglaublich Spaß macht, etwas mit Personen anderer Nationen und Kulturen zu unternehmen, zum anderen, da man deren Lebensweise besser verstehen lernt und dadurch eventuelle Vorurteile und negative Gedanken abbaut. Man wächst aus sich heraus, wird offener, freundlicher, dankbarer und verständnisvoller“, beschreibt der 21-Jährige seine persönlichen Erkenntnisse aus den interkulturellen Begegnungen.

Die Freundschaften, die Matthias in diesem Jahr geschlossen hat, sind ihm ganz besonders wichtig.

Auch Matthias‘ Praktikum war ein voller Erfolg: „Meine Zeit nach dem College durfte ich als Mechanical Technician bei einer Nahrungsmittelproduktions-firma verbringen, um dort Geld für meine Freizeitpläne zu verdienen. Dabei wurde mir zum ersten Mal richtig bewusst, wie wertvoll meine Ausbildung als Industriemechaniker in Deutschland ist. Das eigentliche Wissen, die Kenntnisse und Fertigkeiten, die man in der Lehre beigebracht bekommt, nimmt man gar nicht so richtig wahr. Bewusst wird einem das Gelernte erst wirklich, wenn man sich in ein komplett anderes, neues Arbeitsumfeld, sprich Ausland, begibt. So war es zumindest in meinem Fall“, berichtet der junge Bayer. „Erst in den USA habe ich so richtig realisiert, was ich in meinen 3 1/2 Jahren Lehrzeit alles für mich mitgenommen habe und zu was ich eigentlich im Stande bin. Sei es die Arbeitsweise, die Art, wie man verschiedene Projekte angeht oder die eigene Einstellung gegenüber der Arbeit selbst, etc. Das alles möchte ich nicht mehr missen. Es wird einem zum ersten Mal richtig bewusst und man kann mit eigenen Erfahrungen belegen, warum die deutsche Arbeitsweise weltweit so sehr geschätzt wird und warum jeder auf deutsche Qualität Wert legt und dieser vertraut.“

Im Rückblick auf sein PPP-Jahr würde Matthias sich ohne zu zögern jederzeit wieder dazu entscheiden. „Mit dem PPP für ein Jahr in die USA zu gehen war die bisher beste Entscheidung meines Lebens. Man gewinnt viele neue Erfahrungen, schließt Freundschaften, die nicht nur das eigene, sondern auch das Leben anderer bereichern und man entwickelt sich persönlich so weiter, wie man es bisher noch nicht wahrgenommen hat.“ Obwohl er erkannt hat, dass auch in den USA nicht alles rosarot ist und es auch Problematiken gibt, mit denen man sich auseinandersetzen sollte, ist er Land und Leuten sehr nahegekommen und hat eine neue Zukunftsperspektive für sich entdeckt: „Mir ist durchaus bewusst, dass die USA viele Probleme haben und einiges moralisch und logisch verwerflich ist. Jedoch sind es die zuvorkommenden Menschen mit ihrer Offenheit und Freundlichkeit, die Landschaft, die große kulturelle Vielfalt und das ganze Lebensgefühl, welche das Leben hier erst lebenswert machen. Vor meinem Aufenthalt waren die Vereinigten Staaten nie wirklich auf meiner Liste der Länder, in denen ich später einmal leben möchte. Nun denke ich ernsthaft darüber nach, nach meinem Studium hierher auszuwandern.“

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