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Ellen Beim Theater

Momente – Geschichten – Erinnerungen (Teil 7)

Abenteuer PPP

Ellen Bialek, Voice/Vocal Performance – Studentin aus Chicago

Wie wir bereits in dem Artikel über Benjamin Conard gesehen haben, verbringen unsere amerikanischen Teilnehmer ein ebenso spannendes und erlebnisreiches Jahr in Deutschland, wie die deutschen PPPler es in den USA tun. Ellen Bialeks Erzählungen sind ein weiteres Beispiel für einen gelungenen Auslandsaufenthalt:

Als Studentin des Faches Voice/Vocal Performance wollte Ellen auch in Deutschland ihr künstlerisches Talent und ihre Kreativität ausleben. Also hat sie sich nach Praktika in ihrem Bereich umgeschaut und ist an verschiedenen Stellen fündig geworden, was es ihr ermöglicht hat, an mehreren spannenden Projekten mitzuwirken. Eines davon war die das Theaterstück Der gute Mensch von Sezuan, das von den Wuppertaler Bühnen inszeniert wurde. Ellen war eine von acht Tänzerinnen und Tänzern, die gemeinsam mit acht Schauspielerinnen und Schauspielern das Stück zum Leben erweckten.

Ellen arbeitet an verschiedenen Projekten mit. „Künstler sind verpflichtet, viele Hüte zu tragen. Man muss die Fähigkeiten haben, in mehr als einer Art von Job erfolgreich zu sein“

Nebenbei hat sie in dem Projekt SingPause der City Music Association Düsseldorf hospitiert. „Es begann im Jahr 2006 und hat sich seitdem zu einem wichtigen musikalischen und sozial-integrativen Bildungsangebot entwickelt. Es ist in den Schullehrplan integriert und umfasst alle Schüler von der ersten bis zur vierten Klasse“, erklärt Ellen, der die Arbeit mit Kindern besonders am Herzen liegt. Auch in der Oper Köln konnte sie Erfahrungen sammeln: „Ich war eine studentische Mitarbeiterin in einem der Outreach-Projekte der Oper Köln. Ich arbeitete mit einem Team daran, einen dreistündigen Workshop für Gymnasialschüler zu entwickeln und durchzuführen. Die Schüler lernten viel über die Handlung und Charaktere der Oper Turandot von Giacomo Puccini“, erzählt die junge Künstlerin begeistert. Und das ist noch nicht alles: Ein Praktikum am Aalto-Theater in Essen, wo sie als Assistentin des Chorleiters  agierte, ergänzt ihre vielfältigen praktischen Erfahrungen: „Ich erforsche Programm-Ideen für die nächste Saison, helfe bei der Ausarbeitung von Vorsprechen für spezifische Konzerte und übernehme allgemeine organisatorische Aufgaben. Außerdem habe ich in der Produktion Nabucco von Giuseppe Verdi gesungen und mir wurde die Verantwortung für die Organisation des Very British! Konzertes übertragen“, berichtet die gebürtige Chicagoerin.

Jede einzelne dieser Erfahrungen hat Ellen weitergebracht und ihr für ihre berufliche Zukunft viele wichtige Kenntnisse vermittelt. Die Vielseitigkeit ist dabei charakteristisch für ihre Branche: „Künstler sind verpflichtet, viele Hüte zu tragen. Man muss die Fähigkeiten haben, in mehr als einer Art von Job erfolgreich zu sein“, erklärt sie. „Als darstellende Künstlerin und Verwalterin habe ich nach Praktika gesucht, für die ich nicht nur qualifiziert bin, sondern die mir auch Erfahrungen und Materialien an die Hand geben, die ich in mein professionelles Portfolio einbeziehen kann.“ So konnte sie beim Tanztheater der Wuppertaler Bühnen eine Fertigkeit perfektionieren, die sie im Laufe von 11 Jahren in den USA entwickelt hat. „Tanz ist eine Fähigkeit, die in der Aufführung von Künstlern gesucht wird und für meinen Lebenslauf unerlässlich ist“, findet Ellen.

Ellen hat eine zweite Heimat in Deutschland gefunden. Sie freut sich schon sehr darauf, dass ihre Gasteltern sie in den USA besuchen kommen

Durch das Projekt SingPause hat sie erste Einblicke in die Grundlagen von Musik- und Sprachunterricht für Kinder erhalten. „Bis jetzt hatte ich nur eine Stimmpädagogik-Klasse und habe Universitätsstudenten unterrichtet. Jetzt bin ich in der Lage, private Musik- und Sprachstunden für ein breiteres Spektrum von Menschen und Altersgruppen zu geben“, erzählt die 24-Jährige begeistert. Die Oper Köln hat sie dazu inspiriert, Workshops für Schülerinnen und Schüler zu gestalten. „Es ist meine Leidenschaft die Bildenden Künste, wie die Oper, in einer Weise vorzustellen, die für alle verständlich und intellektuell zugänglich ist, um die nächste Generation zu ermutigen, sie zu schätzen und zu unterstützen“, erklärt Ellen ihr Ziel mit Blick auf die Zukunft. Das Aalto Theater Essen bot ihr die Möglichkeit in andere Bereiche hinein zu schnuppern, vor allem in Verwaltungs- und Führungsrollen, aber auch in die Durchführung von Kulturevents. „Der einzige Weg, der Künstler dazu bringt, ihre Talente zu präsentieren und die Öffentlichkeit zu unterhalten, ist durch Veranstaltungsorte wie das Aalto-Theater. Deshalb ist es für mich sehr wichtig, die Kunstverwaltung in all ihren Formen kennenzulernen, um eine ansprechende und unvergessliche Erfahrung für die Öffentlichkeit zu gestalten.“

Neben ihren zahlreichen Praktika widmet Ellen sich außerdem der Freiwilligenarbeit und ihren Hobbies: Dienstags geht sie tanzen und freitags Volleyball spielen mit ihren Nachbarn. Das Leben in der Gastfamilie ist ein weiteres Highlight ihres Programmjahres: „Mein Heimatleben ist absolut perfekt seit ich im Oktober 2016 eingezogen bin. Meine Gastgeber sind wunderbar. Ich kann nicht genug Gutes über sie sagen. Sie haben so großzügig nicht nur meinen Freund für eine Woche im März begrüßt, sondern auch meine wirklichen Eltern, die im April für ein paar Tage im Haus waren. Sie haben sich alle gut verstanden und wir hatten eine tolle Zeit. Meine Gasteltern freuen sich schon darauf, meine Familie in den USA zu besuchen.“

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