skip to Main Content
Präsident Trumps Vereidigung 2017

Congressional Internship Program: Die Inauguration

Ein Teilnehmerbericht des 33. PPPs

Das herzlose Gebimmel meines Handys weckt mich. Ich schaue auf die Uhr. 4:30. Ich denke mir, dass ich wahrscheinlich meinen Alarm falsch eingestellt habe und eigentlich weitere zwei Stunden ruhen kann. Als ich aber das Datum sehe, erinnere ich mich wieder warum mein Wecker mich zu dieser unchristlichen Uhrzeit aus dem Schlaf holt. Richtig! Heute wird hier in Washington D.C. Geschichte geschrieben.

Das Capitol am Inauguration-Day in aller Früh

Das Capitol am Inauguration-Day in aller Früh

Es ist der 20. Januar 2017 und Donald John Trump wird heute sein Amtseid ablegen und somit zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ernannt werden.  Ich quäle mich also aus meinem Bett und springe unter die Dusche. Schnell packe ich alles zusammen was ich brauche. Wichtig ist mein Inauguration Ticket, was mir erlaubt relativ nah an den neuen Präsidenten heranzukommen.
Als ich an der Metro-Station ankomme, fällt mir erstmals auf, dass sich heute ungewohnt viele Menschen an den Ticket-Automaten versuchen. Ich denke mir nicht viel und setze meinen Weg gen Metro fort. Auf dem  Bahngleis werde ich  gefragt, ob das der Zug in Richtung D.C. sei. Ich erwidere mit einem freundlichen „Yes, Sir!“. Kenne ich mich doch nach zwei Wochen Washington bestens mit dem Metrosystem aus.  Der grauhaarige Mann mit einem Trump-Shirt scheint erleichtert. Wir sitzen alle im selben Boot oder im meinigen Fall im selben Zug.
Ich fahre mit der Metro ins Herzen der Hauptstadt. Hier wird mir erst das Ausmaß dieser Veranstaltung bewusst. Dutzende Menschen haben sich auf dem Weg an die Stadt am Potomac-River gemacht, um dem neuen Präsidenten einen ehrvollen Empfang zu bescheren.  Es ist unschwer zu erkennen, dass es sich dabei zumeist um Anhänger des neuen Präsidenten handelt. Besonders beliebt: Rote Mützen mit Donald Trumps Slogan „Make America Great Again!“.
Nach einer Sicherheitskontrolle und einem kleinen Fußmarsch komme ich an der National Mall mit Blick auf das Capitol an. Mit dem Ticket verschaffe ich mir Zugang zu den zentralen Plätzen. Ich komme gegen 7:15Uhr an und treffe dann vor Ort bereits die anderen CIP-Teilnehmer. Offizieller Beginn ist um 11:30. Wir freuen uns also auf gute 4 Stunden warten im Stehen, bei nass-kaltem Winterwetter.  Durch das frühzeitige Erscheinen am Veranstaltungsort konnten wir uns allerdings Plätze im vorderen Bereich unseres Abteils verschaffen. Morgenstund‘ hat ja bekanntlich Gold im Mund.

Die CIP-Teilnehmer Ersin, Daniela, Leonie und Johannes bei der Inauguration. Ersin hat seine Eindrücke per Snapchat geteilt.

Die CIP-Teilnehmer Ersin, Daniela, Leonie und Johannes bei der Inauguration. Ersin hat seine Eindrücke per Snapchat geteilt.

Gegen 9:30 gab es dann etwas Abwechslung durch Musik. Ein Chor sowie eine Militärkapelle muntern unsere frostigen Gemüter wieder auf. Weiterhin ist zu bemerken, dass sich immer mehr Menschen einfinden und unser Abteil sich nun stetig füllt. Noch zwei Stunden bis Donald Trump das Podium betreten wird.
Allmählich erreichen immer mehr bekannte Gesichter die Bühne am Capitol. So sind unter anderem die Alt-Präsidenten Bill Clinton und George W. Bush zugegen.
Als die ehemalige Mitbewerberin um das Amt des Präsidenten, Hillary Clinton,  erscheint kommt es zu Zwischenrufen vereinzelter Inauguration-Besucher. Die Stimmung wirkt aufgeheizt. Die Rede eines demokratischen Senators wird derart durch Buh-Rufe gestört, dass es für mich unmöglich war auch nur Bruchteile von dem zu verstehen, was er versuchte der Menge mitzuteilen.
Als dann aber der Mann die Bühne betrat, auf den hier fast alle gewartet haben, bricht Jubel und Heiterkeit bei den Besuchern aus. Bevor er sich an die Menge richten kann, wird er zuvor noch den Amtseid ablegen. Dann aber betritt er die Bühne um seinen Anhängern noch einmal deutlich zu machen für welche Politik er in den folgenden Jahren einstehen wird. In dem Moment, wo Donald Trump das Podium betritt fängt es an zu regnen. Im späteren Gebet wird der Regen als Segen und Zeichen Gottes interpretiert.
In gewohnter Manier hält Mr. Trump eine Rede mit vielen symbolhaften und sehr kraftvollen Worten. Die Menge ist begeistert und huldigt dem nun ernannten Präsidenten ausgelassenen Applaus. Amerika soll wieder an erster Stelle stehen, Arbeitsplätze sollen in den USA bleiben und eine Mauer soll an der Grenze zu Mexiko errichtet werden. Das sind nur einige der Kernpunkte, die Donald Trump in seiner Rede erwähnt hat. Beendet wurde sie mit einem, wie sollte es auch anders sein, „I will make America great again!“
Danach machte ich mich mit den anderen CIP-Teilnehmern auf den Weg zurück zur Metro-Station. Vereinzelt sahen wir Protestler die ihren Unmut über den neuen Präsidenten kundtaten. Verglichen mit den Protesten die am nächsten Tag folgen sollten, war es aber eher die sogenannte „Ruhe vor dem Sturm“.
Alles in allem war es ein sehr interessanter und erlebnisreicher Tag. Viele Amerikaner nutzen eines Ihrer elementaren Grundrechte, verankert im sogenannten First Amendment, und versammelten sich um den neuen Präsidenten zu empfangen. Es war ein geschichtsträchtiger Tag den ich und wahrscheinlich, wie viele andere, allzu schnell nicht vergessen werde!

Ein Beitrag von Johannes Stahl, CIP-Teilnehmer 33. PPP

Schreibe einen Kommentar

Back To Top