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Clara Beim Vorbereitungsseminar In Bad Bevensen

„PPP-Stories: Eindrücke aus 35 Jahren“ – Teil 2: Ein Brief von Clara an die Bewerber des 36.PPP

 

Ein Brief von Clara, Teilnehmerin des 35. Parlamentarischen Patenschafts-Programm, die kurz vor ihrer Ausreise in die USA steht, an all diejenigen, die sich für die Teilnahme am 36.PPP interessieren.

Hey you,

wenn du das hier liest, bin ich gerade mitten in der Vorbereitung für mein Auslandsjahr in den USA. Was für ein Abenteuer! Doch vor nicht allzu langer Zeit stand ich vor derselben Entscheidung wie du. Sollte ich mich für das Parlamentarische Patenschafts-Programm bewerben? Was mich damals davon überzeugt hat und wie mein Weg bis heute verlaufen ist, will ich dir in den folgenden Zeilen beschreiben.

Ich hätte mir nie vorstellen könne, dass ich mich einmal für die USA so faszinieren könnte. Wenn meine Freunde vom Shoppen in L.A. und Surfen am Strand von Malibu schwärmten wollte ich lieber nach Asien und Tempellandschaften erkunden. Die Begeisterung für eine Nation, von der ich erwartet habe, dass sie sich wohl nicht großartig von meiner eigenen unterscheiden würde, habe ich nie richtig verspürt. Zudem ist ein kontroverser Charakter als Präsident an die Macht gekommen, dessen Entscheidungen mich so manches Mal verständnislos zurückließen.

Was ist in diesem Land los? Was bewegt die Menschen? Aus welchen Gründen haben sie gewählt, wen sie gewählt haben?

Diese und noch so viele weitere Fragen will ich klären. Daher entwickelte sich der tiefe Wunsch doch einmal in Amerika zu leben, um mir einen eigenen Eindruck von diesem Land zu verschaffen. Verständnis entwickelt sich erst dann, wenn man sich ganz auf die Lebensweise einlässt. Wie gelingt das besser als dort zu leben und zu arbeiten?!

Ich fing an mich mit dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm (kurz PPP) auseinanderzusetzen, von dem ich über meine Ausbilderin erfahren hatte. Je mehr ich mich in die Programmbeschreibung einarbeitete, desto klarer wurde mir, dass ich unbedingt Teilnehmerin des 35. Jahrgangs werden wollte.
Ich steckte viel Mühe in meine schriftliche Bewerbung, aber schließlich die Einladung für die Auswahltagung in Berlin in den Händen zu halten war der Wahnsinn und hat mich ziemlich gefreut. In dem Schreiben stand unter anderem, dass ich mich auf deutsche und amerikanische „Geschichte, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur“ vorbereiten solle. Ein ganz kleines bisschen Panik kam in mir auf (Ehrlich gesagt wusste ich damals nicht einmal, ob Boston im Norden oder Süden der USA liegt). Natürlich sollte sich das schnellstmöglich ändern und so stapelten sich meine Lernzettel. Je mehr ich hörte, las und sah desto faszinierter wurde ich.
Der Tag rückte näher und meine Nervosität stieg, doch meine Ängste verflogen schnell, da das PPP-Team so herzlich war. Deshalb konnte ich gelassen über mich, meine Persönlichkeit sowie über die weltpolitischen und gesellschaftlichen Fragen  sprechen, die mich bewegten. Schlussendlich hatte ich wirklich ein gutes Gefühl, auch weil mir von Seiten der Verantwortlichen aufrichtiges Interesse entgegengebracht wurde.
Die Zeit von November bis Februar verging rückblickend wie im Fluge, währenddessen waren es jedoch quälende Stunden der Ungewissheit, des Bangens und Hoffens.

Eines Sonntag-Nachts kam ich völlig fertig von Freunden aus Berlin wieder und wollte nach 5 Stunden Busverspätung einfach nur ins Bett. Nur noch kurz den Briefkasten öffnen: Ein Brief der GIZ!

Nach zahlreichen Luftsprüngen, Kreischalarmen, verrückten Tanzeinlagen und jubelnden Telefonaten hatte sich der Wunsch nach Schlaf dann auch erledigt. Die Zusage für ein Jahr USA war endlich da.

Nun begann die Vorbereitungsphase und es war klar, dass ich mich um so einiges kümmern müsste; ein aktueller Reisepass und ein gültiges Visum wären schon mal ein guter Start. Das einwöchige Vorbereitungsseminar der GIZ in Bad Bevensen mit weiteren 25 Teilnehmern, hat mich auf Dinge aufmerksam gemacht, die ich ehrlich gesagt nicht direkt auf dem Schirm hatte (Kindergeld? Arbeitssuchend melden? Vom Wohnort abmelden?). Es ist ein ziemlich gutes Gefühl, eine erfolgreiche Organisation im Rücken zu haben, die einem mit viel Rat und Tat zur Seite steht. Nach dieser intensiven Woche wäre ich schon liebend gerne in den Flieger gestiegen.

Ein Gruppenfoto vom Vorbereitungsseminar in Bad Bevensen (Clara sitzt in der vorderen Reihe in der Mitte).

Nun begann die Vorbereitungsphase und es war klar, dass ich mich um so einiges kümmern müsste; ein aktueller Reisepass und ein gültiges Visum wären schon mal ein guter Start. Das einwöchige Vorbereitungsseminar der GIZ in Bad Bevensen mit weiteren 25 Teilnehmern, hat mich auf Dinge aufmerksam gemacht, die ich ehrlich gesagt nicht direkt auf dem Schirm hatte (Kindergeld? Arbeitssuchend melden? Vom Wohnort abmelden?). Es ist ein ziemlich gutes Gefühl, eine erfolgreiche Organisation im Rücken zu haben, die einem mit viel Rat und Tat zur Seite steht. Nach dieser intensiven Woche wäre ich schon liebend gerne in den Flieger gestiegen.

Ich blicke voller Zuversicht auf das kommende Jahr. Ich hoffe interessante Menschen zu treffen und besondere Freundschaften zu schließen, genauso wie mich persönlich weiter zu entwickeln und meine Persönlichkeit zu stärken. Schwierigkeiten möchte ich als herausfordernde Chance annehmen und Meinungen zulassen, die meinem Weltbild eigentlich komplett widersprechen. In Zeiten zunehmenden Populismus und Nationalismus ist es doch essenzieller denn je sich für gegenseitiges Verstehen einzusetzen, statt auf Vorurteile und Klischees zu pochen. Interkulturelle Programme wie das PPP bieten dafür die perfekte Möglichkeit:

Verständnis erwirken, Brücken bauen, Freundschaften schließen und sich gemeinsam für Projekte stark machen, die unsere Welt näher zusammenrücken lässt.

Ich möchte die Amerikaner persönlich kennen lernen und in ihre Kultur eintauchen, um ihre Lebensweise und ihre Einstellung besser verstehen zu können. Dabei möchte ich immer wieder die Erfahrung machen, dass Unterschiedlichkeit bereichernd ist sowie erkennen, dass Menschen verschiedenen Hintergrunds mehr verbindet als trennt. Nur so lassen sich Vorurteile auf beiden Seiten abbauen.
In Zeiten, in denen globalisierte Zusammenarbeit zwischen Unternehmen eher die Norm als die Ausnahme darstellt, wird Verständnis für andere Kulturen auch aus der beruflichen Perspektive immer wichtiger. Wer sein Gegenüber kennt und seine Gedanken nachvollziehen kann, kann sich besser auf ihn einlassen, besser Kompromisse schließen und erfolgreich Projekte abschließen. Neben der Verbesserung meiner Englischkenntnisse will ich deshalb ein tiefgreifendes Verständnis von der amerikanischen Arbeitswelt erlangen, denn wie lange arbeiten Deutsche und Amerikaner schon gelungen zusammen? Ziemlich lange! In Zukunft wird der Ausbau dieser Beziehung immer wichtiger werden; umso besser, wenn man bereits weiß „wie der Geschäftspartner tickt“.

Mit einem Klick auf das Bild geht´s zur Bewerbungskarte!

Ich hab´ einfach so Lust! Das Abflugdatum ist fett in meinem Kalender markiert auf meinem Handy läuft ein Countdown (07.08.2018 – noch 60 Tage!), und so fiebere ich diesem Tag entgegen. Meine Familie und Freunde aus meiner Heimat in Hamburg sind in dieser Zeit eine große Stütze für mich. Sie haben sich riesig für mich gefreut und sehen die Teilnahme als große Chance. Diese wundervollen Menschen werden mir natürlich fehlen. Meine Mama werde ich auch vermissen, obwohl sie sich bestimmt „freut“ dass dann endlich keine Haare mehr im Badezimmer liegen, meine Make-Up Flecken nicht mehr an ihren Blusen haften und meine Sachen nicht im ganzen Haus verstreut herumliegen.

Ganz gleich wo es mich letztendlich hin verschlagen wird, ich vertraue gelassen darauf, dass ich jede einzelne Erfahrung als wunderbares Erinnerungsstück nicht missen werden möchte. Über all die guten Momente und Schwierigkeiten, die ich hatte, möchte ich nach meiner Rückkehr sprechen, um junge Menschen wie dich zu motivieren sich für politisch-kulturellen Austausch stark zu machen. Ich hoffe ich konnte dir hiermit schon einen kleinen Überblick darüber geben, was mit deiner Bewerbung auf dich zukommt und kann dir nur versichern: Es lohnt sich!

Nutze die Chance und bewirb dich für das 36.Parlamentarische Patenschafts-Programm!

Ich drücke dir die Daumen und wünsche dir viel Erfolg bei deiner Bewerbung,

Deine Clara.

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