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Austausch 680

Austausch im Austausch

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm für junge Berufstätige experimentiert mit virtuellen Möglichkeiten

Es gibt viele Austauschprogramme – aber die wenigsten führen wirklich dazu, dass sich die Austauschteilnehmerinnen und -teilnehmer eines Programmjahres treffen. Dies ist auch in einem der renommiertesten deutsch-amerikanischen Austauschprogramme, dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm* (PPP) nicht vorgesehen. Die deutschen Teilnehmer des PPP fliegen in die USA, leben, studieren und arbeiten dort; im Gegenzug kommen die amerikanischen PPPler nach Deutschland und leben, studieren und arbeiten hier. Eine persönliche Begegnung findet nicht statt.

Diese Erkenntnis bewog die beiden Teams des PPP für junge Berufstätige bei der GIZ und ihrer amerikanischen Partnerorganisation Cultural Vistas, wenn schon nicht eine physische so zumindest virtuelle Begegnungsmöglichkeit zwischen beiden Gruppen zu testen. Im Rahmen eines Pilotprojekts wurden jeweils fünf deutsche und fünf amerikanische Young Professionals ausgewählt und eingeladen, sich in zwei gemischt zusammengesetzten Gruppen mit jeweils einem aktuellen gesellschaftspolitischen Thema auseinander zu setzen und – unter Einbringung ihrer Erfahrungen und Eindrücke im jeweiligen Gastland – auszutauschen. Eine Gruppe arbeitete zum Thema Demokratie und gesellschaftliche Partizipation, die andere zum Thema Diversität und Integration.

virtuelle-forum2Technisch erfolgte dieser Virtual Exchange mit Hilfe einer webbasierten Plattform. Unter Leitung von zwei kompetenten Moderatoren, Parke Nicholson, Fellow des American Institute for Contemporary German Studies sowie Eric Langenbacher, Dozent der Georgetown University in Washington, entwickelten sich dabei im Laufe des 10-wöchigen virtuellen Workshops nicht nur intensive Diskussionen zwischen deutschen und amerikanischen TeilnehmerInnen, sondern auch Ideen für gemeinsame Projekte. Deren Ergebnisse wurden kürzlich im Rahmen einer transatlantischen Videokonferenz vorgestellt.

Die als CBYX Virtual Exchange Forum betitelte Konferenz fand am 9. Juni parallel in der Berliner Repräsentanz der GIZ und am neuen Standort von Cultural Vistas in Washington DC statt. Unter den Gästen der Veranstaltung fanden sich auf beiden Seiten eine ganze Reihe von Repräsentanten des Deutschen Bundestages, der jeweiligen Botschaften, des US State Departments sowie eine Vielzahl von interessierten Co-Fellows der beiden Austauschgruppen. Theo Fuß, Projektleiter des PPP bei der GIZ, Rob Fenstermacher, CEO von Cultural Vistas, sowie Eric Langenbacher moderierten in wechselnder Folge an den jeweiligen Standorten. Die äußerst kurzweiligen und interessanten Beiträge der deutschen und amerikanischen PPPler provozierten eine rege Diskussion und weitere Fragen aus den Reihen der anwesenden Gäste auf beiden Seiten des Atlantiks.

virtuelle-forum1Da sich auch die für diese Veranstaltung erstmals angewandte Übertragungstechnik als stabil erwies, waren sich am Ende des anderthalbstündigen Events Veranstalter, Teilnehmer und Gäste einig, dass dieses innovative Pilotprojekt wegweisend für die Implementierung weiterer Projekte dieser Art gerade im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms sei. Denn das Konzept des Virtual Exchange eröffne dem Programm eine neue Dimension von Erfahrungs- und Meinungsaustausch – und dies nicht nur zwischen deutschen und amerikanischen Teilnehmern, sondern (potentiell) auch mit und zwischen ihren politischen Patenabgeordneten.

„Das CBYX Virtual Exchange Forum war ein voller Erfolg!“, resumierte denn auch Michael Reinold, Regierungsdirektor und Verantwortlicher für das PPP beim Deutschen Bundestag.
GIZ – PPP
Juni 2015

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