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Zwischenablage

Kaitlyns Abenteuer Deutschland – Ein Rückblick auf 6 Monate

Kaitlyn Kinsey ist eine der Teilnehmerinnen des diesjährigen 34. Parlamentarischen Patenschafts-Programms und auch für sie sind mittlerweile 6 Monate in Deutschland vergangen. Zeit für sie zurückzublicken auf das Vergangene und die wirklich außergewöhnlichen Dinge, die sie seitdem erlebt hat.

Angefangen hatte ihr Abenteuer Deutschland nicht in Deutschland, sondern in den USA, in Washington um genau zu sein, auf dem Orientierungsseminar für unsere PPPler. Dort erhielt sie alle nötigen Informationen für ihr Leben im Ausland und traf zum ersten Mal auf die Menschen, die sich nun für ein Jahr auf denselben Weg wie sie machen sollten. Eine Gruppe junger, aufgeschlossener und entdeckungsfreudiger US-Amerikaner, die nicht mehr warten konnten, bis sie endlich im Flugzeug sitzen. Und dann war es soweit. Von Washington dauerte es 10 Stunden bis über den großen Teich. Kaitlyn selbst sagt, es sei einer der angenehmsten Flüge ihres Lebens gewesen und sicher auch der aufregendste, saßen doch alle wie auf heißen Kohlen, vor dem was sie in Deutschland erwarten würde.

The flight to Germany was one of the most enjoyable flights I have ever had – traveling with such a large group of people you have only known for a week, starting a grand adventure together, and being sent off to another country for a year was a thrilling phenomenon.

Am Frankfurter Flughafen standen schon die GIZ-Mitarbeiter als Begrüßungskomitee bereit und von dort ging es weiter zum Veranstaltungsort der Einführungstage. Und das war nicht irgendeine Jugendherberge, sondern ein waschechtes Schloss, was natürlich kollektive Begeisterung auslöste. Endlich einmal wie eine Prinzessin aus einem deutschen Märchen fühlen!  Am liebsten wie Schneewittchen, denn der Jet-Lag setzte ein. Es hieß jedoch wach bleiben und der Zeitverschiebung trotzen. Das leckere Essen und vor allem der Kaffee halfen dabei. Neben noch mehr Infos, Tipps und Tricks war das Highlight zweifelsohne, die Aufteilung der Gruppe auf die verschiedenen Standorte des Carl-Duisberg-Centrums, welches für die Ausrichtung der Sprachkurse in den ersten zwei Monaten des Programms verantwortlich war.

PPPler in Radolfzell

Kaitlyn und die anderen PPPler bei ihrer Ankunft in Radolfzell.

Für Kaitlyn ging es ins schöne Radolfzell, ein kleines Städtchen direkt am Bodensee. Sie lebte im nahegelegenen (und etwas größeren) Konstanz in einer WG mit vier anderen jungen Frauen in ihrem Alter. Zur Schule pendelte sie also, aber das machte ihr nichts aus, denn der Weg zwischen den beiden Städten bot eine wunderschöne Szenerie. Mit ihren Mitbewohnerinnen freundete sie sich schnell an und die Fünf verbrachten viele Zeit miteinander. Ob schwimmen im Bodensee, wandern gehen, oder das Seenachtfest  besuchen, der Sommer in Konstanz war einmalig. Auch die Schule trug zu den guten Erinnerungen bei, denn es galt ja vor allen Dingen Deutsch zu lernen in dieser Zeit. Auch wenn es herausfordernd sein konnte (zum Beispiel die richtige Nutzung von Artikeln zu verstehen…damit haben ja sogar die Deutschen Probleme), hat es Kaitlyn immer Spaß gemacht und wie sie glaubt: „really prepared (her) for the real thing“.

 

 

                            Kaitlyn und ihr Team.

„The real thing“ – das erwartete die junge Frau aus Maine nach ihrer Zeit in Süddeutschland. Normalerweise sieht das Parlamentarische Patenschafts-Programm vor sich in Anschluss an den Sprachunterricht ein Semester an einer deutschen Universität einzuschreiben. Doch da Kaitlyns Fachgebiet die Radiologie ist, war dies in Deutschland leider mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Denn hier muss man entweder Medizin studieren, was an einen hohen NC gekoppelt ist, oder eine dreijährige duale Ausbildung absolvieren, um in dieser Richtung tätig zu werden. Beides war für sie unmöglich, doch weil sie in Amerika schon einige Zeit als Medizinisch Technologische Radiologie Assistentin (MTRA) gearbeitet hatte, gelang es ihr tatsächlich, trotz aller Widrigkeiten, einen Praktikumsplatz im Evangelischen Waldkrankenhaus in Spandau in Berlin zu ergattern. Von der Kleinstadt machte sie sich auf in Deutschlands pulsierende Hauptstadt und auch in eine neue Form der Unterkunft. Fortan war sie nämlich Teil einer Gastfamilie, die sie herzlichst willkommen hieß.

Living in a host family has been absolutely wonderful! Even though we are really busy, we still try to do something together every week. For example, I was able to go on a small trip to a few Christmas markets, but we also do small things together, like eating meals, doing weekly chores, going to the weekly farmer’s markets, even watching family videos!

Hier ist Kaitlyn bei der Arbeit.

Außerdem kriege sie genau den Rückhalt, den sie so brauche in ihrem stressigen Alltag. Denn der besteht nunmal zu einem Großteil aus Arbeit, die ihr aber große Freude bereitet. Das Tolle an ihrem Praktikum im Krankenhaus ist, dass sie die Möglichkeit hat Einblicke in andere Tätigkeitsbereiche der Radiologie zu erlangen. In den USA war Kaitlyn überwiegend für das Röntgen  zuständig, während sie in Deutschland  die Möglichkeit hat zwischen verschiedenen Bereichen (wie z.B. CT oder MRI) zu rotieren. Sie profitiert so für ihr späteres Arbeitsleben, indem sie neue wertvolle Arbeitserfahrungen macht. Das Gefühl von Vertrauen, geschätzt zu werden und voll integriert zu sein bestärkt sie in ihrer Arbeit. Dazu kommt, dass die US-Amerikanerin auch oft etwas zurückgeben kann, zum Beispiel als Übersetzerin für nichtdeutschsprachige Patienten oder Kollegen.  Beide Seiten haben also etwas vom interkulturellen Austausch:

I have been very fortunate to have an internship placement where I have so much freedom and the ability to work independently a large amount of the time. The opportunities for personal growth and development during my internship are really interesting.  Starting in January, I will be training in CT as well, which I could not do in the US because of how the healthcare and university systems between the countries differ. The skills that I will gain here during my internship will make me a more experienced Radiologic Technologist, as well as a more marketable employee in the future.

Nebenher will Kaitlyn auch weiter ihr Deutsch verbessern und belegt deshalb Kurse an der Volkshochschule. Außerdem tanzt sie Ballett und engagiert sich ehrenamtlich für die Kirchengemeinde Klosterfelde. Die fleißige US-Amerikanerin mag es beschäftigt zu sein und sieht darin die beste Möglichkeit, so viel wie möglich aus ihrer Zeit in Deutschland mitzunehmen. Den Schritt nach Deutschland gemacht zu haben, beschreibt sie schon jetzt als eine der besten Entscheidungen ihres Lebens und freut sich sehr auf die kommenden Monate, die sicherlich voller weiterer toller Erfahrungen und Erlebnisse sein werden.

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